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Trauerbegleitung als weiteres Angebot des Hospiz-Vereins

 

 

Trauerbegleitung als weiteres Angebot des Hospiz-Vereins

 

Der Hospiz-Verein Gießen e.V. erweitert sein Angebot. Die Erfahrungen aus über 20 Jahre Hospizarbeit machen deutlich, dass es neben der Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen geboten ist, sich um die  Hinterbliebenen zu kümmern. Mit diesen Worten führte der Vorsitzend des Hospiz-Vereins Gießen, Herr Erwin Kuhn, in  das Thema Trauerbegleitung ein und eröffnete die Ausstellung „Der Trauer künstlerisch begegnen“ mit Werken von Frau Wack-Wattenbach.Dabei ist dem Vorsitzenden des Hospiz-Vereins bewusst, dass sich bereits kirchliche und gemeinnützige Einrichtungen dieser Thematik annehmen.

 

Frau Lücke-Schmidt, eine der Koordinatorinnen des Hospiz-Vereins, stellte das Projekt Trauerbegleitung vor. Ziel der Trauerbegleitung ist es, Menschen zu helfen, den Verlust eines geliebten Menschen zu verarbeiten, das Geschehen zu begreifen und einen  Weg zu finden, den Sinn des Lebens wieder entdecken. In Ihre Überlegungen bezog Sie auch die vom Bundesverband Trauerbegleitung e.V. erarbeiteten Standards mit ein, wonach die Trauernden ermutig werden sollen, Ihren eigenen Trauerweg zu gehen. Vertraut wird auf die im Menschen wohnenden Selbstheilungskräfte. Ziel ist es, dem Trauernden Gehör, Begegnung, Orientierung und Halt zu bieten.

Zur anzuwenden Methodik führte Frau Lücke-Schmidt aus, dass „Schreiben“ neben dem klassischen Gespräch  ein Weg ist, um Trauernden zu helfen, den Weg in die alte, neue Welt zu finden. Weiter führte Sie aus, dass mit der Methode „Der Trauer schreibend begegnen“  die Trauerbegleitung in der Stadt und im Landkreis die klassischen Angeboten der Einzelbegleitung, Trauer-Cafes und Gesprächsgruppen sinnvoll ergänzt. Es ist aus Ihrer Sicht wichtig, mit den anderen Angeboten im Netzwerk zusammen zu arbeiten, unter anderem auch, um den Trauernden, denen das Angebot des Hospiz-Vereins nicht entspricht, eine Alternative anbieten zu können.

 

Schreiben und Malen helfen, den Weg aus einer bedrückten Situation heraus zu finden. So das Credo von Frau Wack-Wattenbach, die im Rahmen der Einführung in die Dienstleistung Trauerbegleitung Ihre Werke präsentierte. Die von Ihr bevorzugte Technik ist die Acrylmalerei mit experimentellen Anteilen. Zeichnerische Elemente und verschiedenste Materialien bezieht Sie wechselnd in Ihre Arbeit ein. Sie ist davon überzeugt, dass das Ergebnis der Malerei, das Bild, Künstler und Betrachter eine neue Sicht der Dinge ermöglicht und als Projektionsfläche Anregung und Kommunikationsmittel zugleich ist.Übereinstimmend war man der Meinung, dass Kommunikationsformen wie „Schreiben und Malen“ in das Umfeld der Hospiz Arbeit passen und ihren Beitrag zu einer zielführenden Trauerbegleitung leisten können.

 

Die Ausstellung ist für das Publikum bis zum 05.05.2018 jeweils dienstags von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr oder nach Vereinbarung im Büro des Hospiz-Vereins, Paul-Zipp-Straße 183 - auf dem Gelände des Evangelischen Krankenhauses in Gießen - geöffnet. In dieser Zeit steht Frau Lücke-Schmidt gerne zur Beantwortung Ihrer Fragen zur Hospiz Arbeit und zur Trauerbegleitung zur Verfügung.

Edgar Niebergall sammelt erneut Spenden (07.09.17)

 

 

Ehepaar Steinmüller spendet 1120 Euro für Hospizarbeit

 

Für das Ehepaar Rosel und Friedel Steinmüller aus Heuchelheim gab es in diesem Jahr gleich zwei Anlässe, die Hospizarbeit in Gießen und Umgebung zu unterstützen. Rosel Steinmüller feierte ihren 70. Geburtstag. Sie verzichtete auf Geschenke; dafür kamen 620 Euro in die Spendenkasse. Außerdem jährte sich 2017 die Eheschließung zum 50. Mal. Friedel Steinmüller hatte die Idee, auch die goldene Hochzeit zum Anlass zu nehmen, der Hospizarbeit finanziell unter die Arme zu greifen. Kurzerhand erhöhte das Ehepaar den Spendentopf um 10 Euro für jedes Ehejahr. So kamen insgesamt 1120 Euro zusammen, die die Steinmüllers an den Vorsitzenden und die Koordinatorin des Hospizvereins Gießen, Erwin Kuhn und Stefanie Wolf, überreichten. Bei einem Rundgang verschaffte sich das Paar einen Einblick in den neuen Standort des Hospizvereins und das stationäre Hospiz, das Haus Samaria in Gießen (Paul-Zipp-Straße 183).

 

 

Rosel und Friedel Steinmüller sind beide in Heuchelheim geboren und aufgewachsen. Sie haben auch ihr Berufsleben ausschließlich in Heuchelheim verbracht. Friedel Steinmüller war als Schwimmmeister im örtlichen Hallenbad bis zu dessen Schließung tätig. Noch heute coacht er die »Jedermänner« bei den TSF Heuchelheim und unterstützt tatkräftig die Sportstunden der jüngsten TSF-Mitglieder.

 

Quelle: http://www.giessener-allgemeine.de/regional/kreisgiessen/art457,296110

Foto: Hospiz-Verein Gießen e. V.

Robert Cachandt Ehrenvorsitzender des Hospiz-Vereins

 

GIESSEN - (red). Erwin Kuhn ist neuer Vorsitzender des Hospiz-Vereins Gießen. Er löst damit den langjährigen Amtsinhaber Robert Cachandt ab, der gleichzeitig während der Mitgliederversammlung zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Kuhns Stellvertreter ist Michael Sommerlad. Dem Vorstand gehören weiterhin Schatzmeister Dr. Martin Scheld, Schriftführer Andreas Kellersmann, die stellvertretende Schriftführerin Dr. Ruth Schünemann sowie die Beisitzer Dr. Barbara Breitbach und Dr. Winfried Hoerster an.

 

Der neue Ehrenvorsitzende Robert Cachandt wird mit einer großen Urkunde aus dem Vorstand verabschiedet.		Foto: Hospiz-Verein

 

Die Versammlung nahm die anstehenden Berichte des bisherigen Vorstandes wohlwollend zur Kenntnis. Alle personellen, finanziellen und organisatorischen Gegebenheiten seien geeignet, „dem neuen Vorstand Schubkraft für seine Arbeit zu geben“, heißt es in einer Pressemitteilung. Besondere Aufmerksamkeit erfuhren die gelungenen Vorhaben zum 20-jährigen Jubiläum des Vereins.

 

http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/robert-cachandt-ehrenvorsitzender-des-hospiz-vereins_18014685.htm

Foto: Hospiz-Verien Gießen e. V. 

Hospizverein: Zwei Jahrzehnte »Friedensarbeit«

 
A. Heller
Andreas Heller
11. Juni 2017, 20:44 Uhr (Christian Schneebeck)

Rücksichtslosigkeit hat allgemein einen schlechten Ruf. Dabei eignet sie sich manchmal sogar als guter Vorsatz. Zum Beispiel für den Hospizverein Gießen, der am Sonntag im Hermann-Levi-Saal des Rathauses sein 20-jähriges Bestehen gefeiert hat. Mitgebracht hatte den etwas ungewöhnlichen Geburtstagswunsch zu diesem Anlass Andreas Heller. In seinem Festvortrag »Hospizarbeit gestern, heute, übermorgen« forderte der Wiener Professor für Palliative Care und Organisationsethik mit Blick auf die soziale Rolle der Hospizarbeit nämlich genau das: konsequente Rücksichtlosigkeit.

 

Etwa Ende der 1960er-Jahre habe die Hospizbewegung in Deutschland begonnen, für einen offeneren und humaneren Umgang mit Sterbenden zu streiten, erinnerte Heller. Zunächst sei es ein Kampf unter schwierigen Bedingungen gewesen: Durch die Brille einer »extrem fortschrittsgläubigen Medizin« hätten viele Menschen den Tod noch vor wenigen Jahrzehnten »wie einen Betriebsunfall« gesehen.

 

Heute ist Hospizarbeit dagegen allgemein anerkannt. Ohnehin sei sie aus gleich mehreren Gründen unverzichtbar, wie Heller betonte. Als »Friedensarbeit« sorge sie dafür, »dass wir als Gesellschaft Frieden mit dem Tod schließen können«. Individuell helfe sie Sterbenden, »bis zum Schluss die zu sein, die sie sein können« – Menschen im letzten Abschnitt ihres Lebens, weder sozial ausgegrenzt noch emotional allein gelassen. Für beide Aufgaben brauche es auch immer wieder Rücksichtslosigkeit, unter anderem gegenüber Vorurteilen und festgefahrenen gesellschaftlichen Konventionen.

 

Schließlich betonte Heller den gesamtgesellschaftlichen Wert der Hospizarbeit, als er auf die Anfänge der Bewegung zurückkam. »Die Hospizidee ist radikal empathisch und sie ist radikal politisch, weil sie von den Menschen in Not her denkt und keinen Unterschied macht entlang von Herkunft, Religion, Sexualität oder anderen Merkmalen.« An die Politik appellierte Heller, gemäß dem Leitbild einer »sorgenden Gemeinschaft« Bedingungen zu schaffen, unter denen diese Idee tatsächlich wirksam werden könne.

 

Um die Entwicklung der Hospizarbeit in Gießen hat sich besonders Robert Cachandt verdient gemacht, der seit der Gründung Vorsitzender des Hospizvereins ist. Ehe er demnächst für einen Nachfolger Platz macht, ehrte ihn Dr. Carmen Berger-Zell, theologische Referentin der Diakonie Hessen, am Sonntag noch mit dem goldenen Kronenkreuz der Diakonie. Auch alle anderen Redner der Feierstunde nutzten ihre Grußworte, um Cachandt für seine langjährige ehrenamtliche Arbeit zu danken. Elke Kiltz vom hessischen Sozialministerium überbrachte dabei die Grüße der Landesregierung, Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz sprach für die Stadt und der Kreisbeigeordnete Hans-Peter Stock in Vertretung der Landrätin.

 

http://www.giessener-allgemeine.de/regional/stadtgiessen/art71,268590

 

Geburtstagsspende von Willi Marx

Ex-Landrat Willi Marx feiert seinen 70. Geburtstag

Er war Bürgermeister in Heuchelheim, dann Landrat in Gießen. Im Ruhestand engagiert er sich nun ehrenamtlich für verschiedene Projekte: Willi Marx wird 70.
03. Juni 2017, 12:00 Uhr - Siglinde Wagner
Marx
Willi Marx feiert am heutigen Samstag in Beuern seinen 70. Geburtstag. Nach 47 Arbeitsjahren, davon jeweils zwölf Jahre als Landrat des Landkreises Gießen und zuvor als Bürgermeister in Heuchelheim, ging er im Januar 2010 in den Ruhestand

Der SPD-Kommunalpolitiker galt als Querdenker, Gestalter und Macher mit Durchsetzungsvermögen. Über diese Zeit sagt er: »Es war nie mein Ziel, es allen recht zu machen, aber ich war bestrebt, stets gerecht zu handeln.«

Ein köstlicher Schatz

Im August 1997 erlitt Marx einen schweren Hinterwandinfarkt, lag danach fünf Tage im Koma. Und das vier Wochen vor der ersten Direktwahl zum Landrat. »Damals hätte ich nicht gedacht, meinen 70. Geburtstag einmal feiern zu können.« Zudem wurde ein Diabetes mellitus diagnostiziert. Da verwundert es nicht, dass sich der Jubilar das Zitat von Marc Aurel zur Beherzigung an die Wand vor seinem Schreibtisch gepinnt hat: »Wenn Du am Morgen erwachst, denke darüber nach, was für ein köstlicher Schatz es doch ist, zu leben, zu atmen und sich zu freuen.«

Ganz bewusst hat Marx keine dritte Amtszeit als Landrat angepeilt, ganz bewusst keine Ämter mehr angenommen. Er ist politisch interessiert, macht aber keine Politik mehr. Nun ist für ihn die Zeit der Begegnungen. Familie, seine Töchter Ariéla und Nicole aus erster Ehe und Freunde kamen früher viel zu kurz. Im Amt gab es keinen Feierabend, kaum Privatleben.

Engagiert im Hospiz-Verein

Bekannte und berufliche Wegbegleiter überrascht er jetzt gerne zu deren Ehrentag mit einem Ständchen auf der Trompete. Regelmäßig geht er ins Fitness-Studio, erzählt stolz »jetzt habe ich mein Idealgewicht wieder«. Auf Trab halten ihn seine drei Frauen, gemeint sind Lebensgefährtin Anette Henkel und ihre beiden Töchter. »Die haben täglich Aufgaben für mich wie Einkaufen, Rasenmähen und Chauffeurdienste.«

Marx sagt von sich, »ich bin ein Wanderer in Hessen«. Geboren ist er in Schrecksbach-Holzburg im Schwalm-Eder-Kreis. 20 Jahre hat er in Südhessen gelebt und gearbeitet, seit 32 Jahren ist er in Mittelhessen zu Hause. Soziale und caritative Organisationen unterstützt er finanziell. Sein Engagement für den Hospiz-Verein geht darüber hinaus: Für den Aufbau des Hospiz-Hauses in Gießen hat er aktiv und erfolgreich um Sponsoren geworben.

70 Gäste

Anstelle von zugedachten Geschenken zu seinem Ehrentag bittet er um Spenden für den Hospiz-Verein. Gefeiert wird heute in der Willy-Czech-Halle mit 70 Gästen. Zufall? »Ja«, lacht Marx, »genauso wie die 7 auf meinem Shirt.« Von der Feier erholt er sich demnächst in St. Peter Ording an der Nordsee.

Artikel: http://www.giessener-allgemeine.de/regional/kreisgiessen/art457,264869

 
 

Stöbern und Feilschen verliert nicht seinen Reiz

 

(Foto Niebergall)

SCHNÄPPCHEN Trödelmarkt an Rodheimer Straße besteht seit 20 Jahren / Benefizaktion am 10. Juni

GIESSEN - (bl). Im Internet gibt es nichts, was es nicht gibt. Und dennoch tummeln sich noch immer jeden Samstag unzählige Schnäppchenjäger auf dem Trödelmarkt in der Rodheimer Straße. Dort wird dann nach kleinen Kostbarkeiten zwischen allerlei Nippes gestöbert und um Preise gefeilscht - und das seit inzwischen 20 Jahren. Ob nun Spielzeug, Bücher, Möbel, Kinderbekleidung, alte Verkehrsschilder oder sogar Waschmaschinen: Die Auswahl ist groß und trotz zunehmender Online-Konkurrenz scheint das Bedürfnis, Waren vor dem Kauf begutachten und vor allem anfassen zu können, nach wie vor sehr ausgeprägt zu sein.

"Wir sind über Hessens Grenzen hinaus bekannt", freut sich Initiator Edgar Niebergall, der den Flohmarkt im Juni 1997 mit einem Freund ins Leben gerufen hat. "Etwas für alle Menschen zu machen", galt ihnen damals als Motivation. Stolz ist der Gießener insbesondere darauf, dass "bei uns Multikulti herrscht". Über 100 Nationalitäten seien hier vertreten - unter den Standbetreibern und den Besuchern. "Und das funktioniert sehr gut. Ärger hatten wir praktisch nie."

Und weil Edgar Niebergall obendrein ein eifriger Spendensammler ist und den Flohmarkt stets auch als Plattform für karitative Zwecke genutzt hat, ist selbstredend zum Jubiläum am Samstag, 10. Juni, von 10 bis 18 Uhr erneut eine Benefizaktion zugunsten des Hospizes "Haus Samaria" geplant. Wichtig ist ihm insbesondere, "dass die Spenden vor Ort bleiben". In den Anfängen hat Niebergall auch schon die SOS-Kinderdörfer oder die "Station Peiper" am Uniklinikum bedacht. Um möglichst viel zusammen zu bekommen, wird unter anderem Kuchen verkauft: selbst gebacken und von der Bäckerei Volkmann aus Heuchelheim zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus werden Erdbeerwein, Prosecco sowie Bowle ausgeschenkt und sind CDs sowie alte Platten gegen eine Spende erhältlich. Gestaunt werden darf ebenfalls wieder, wenn Niebergall verschiedene historische Aufnahmen aus dem alten Gießen zeigt. Das stößt jedes Mal auf große Resonanz, schließlich lassen sich hier selbst für alteingesessene "Schlammbeiser" mitunter noch ganz unbekannte oder ungewohnte Facetten der Lahnstadt entdecken. Damit sich zudem die ganze Familie wohlfühlen kann, verspricht der Veranstalter auch für die Kinder "kleine Überraschungen".

https://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/stoebern-und-feilschen-verliert-nicht-seinen-reiz_17948051.htm

Dankeschön!

Ehrenamtler engagieren sich beim Hospiz-Verein Gießen für sterbende Menschen

 

Als Team im Einsatz: Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter sowie der Vorstand des Hospiz-Vereins. Foto: Pfeiffer

 

Als Team im Einsatz: Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter sowie der Vorstand des Hospiz-Vereins. (Foto: Pfeiffer)

GIESSEN - (ebp). "Sterben ist immer noch ein Tabuthema, das oft weggeschoben wird", findet Karin Fröschen. Dabei gehöre Sterben zum Leben dazu, "weshalb es notwendig ist, auch den letzten Weg zu begleiten". Seit mittlerweile drei Jahren begleitet Fröschen Sterbende auf eben diesem letzten Weg, denn sie hat sich zur ehrenamtlichen Hospizbegleiterin schulen lassen. Der Hospiz-Verein Gießen bildet Freiwillige aus, die Menschen in der letzten Lebensphase beistehen und dafür regelmäßig Alten- oder Pflegeheime, Palliativstationen oder das Hospiz "Haus Samaria" besuchen. Für ihr Engagement wurden die Ehrenamtlichen nun am Wochenende bei einem gemeinsamen Frühstück im Gemeindesaal der Luthergemeinde gewürdigt.

Die Ehrenamtler können selbst entscheiden, wo sie zum Einsatz kommen möchten. Denn nicht jeder kommt mit der Begleitung Demenzkranker zurecht oder kann mit todkranken Kindern umgehen. "Wir bleiben bis zum letzten Atemzug", sagt Helga Kutz, die sich bereits seit über neun Jahren ehrenamtlich in der Sterbebegleitung engagiert.

Durch ihre Arbeit habe sich auch ihre eigene Angst vor dem Sterben gewandelt, erzählt Kutz im Gespräch mit dem Anzeiger und stellt fest: "Man wird gelassener." Angst habe sie keine mehr vor dem Thema Tod, sondern lediglich vor Schmerzen. Doch die bekomme man dank der Palliativmedizin ja weitgehend in den Griff. Sterbehilfe lehnt sie kategorisch ab und will stattdessen lieber "den letzten Tagen mehr Leben hinzufügen".

Mit ihrer Begleitung helfen die Ehrenamtler aber nicht nur den Sterbenden, sondern auch deren Angehörigen, für die sie als Ansprechpartner und Entlastung fungieren. Denn häufig kämen Angehörige mit dem nahenden Tod schlechter zurecht als der Sterbende - eine zusätzlich belastende Situation. Neun Monate dauert die Schulung, die bereits 13 Mal durchgeführt wurde. Der nächste Schulungskurs beginnt am 7. Oktober. Die Freiwilligen werden dabei nicht nur in Wahrnehmung und Kommunikation geschult, sie setzen sich auch persönlich mit dem Thema Tod auseinander. Nach der Schulung erhalten die Ehrenamtler weiterhin kontinuierliche Supervision, besuchen Fortbildungen und können sich an die hauptamtlichen Mitarbeiter des Vereins wenden. Das ist wichtig, um sich auch mal etwas von der Seele reden zu können.

"Wir begleiten oft Schicksale, die sehr schwer zu verkraften sind", sagt Fröschen und erzählt von besonders jungen Patienten - austherapiert, ohne Chance auf Heilung. Doch was man bei ihnen und anderen noch machen könne, sei die letzte Lebenszeit schmerzfrei zu gestalten und den Menschen nicht alleine zu lassen. Denn "der letzte Weg ist oft der schwerste - den sollte niemand alleine gehen müssen", betont Karin Fröschen.

Quelle: https://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/ehrenamtler-engagieren-sich-beim-hospiz-verein-giessen-fuer-sterbende-menschen_17924800.htm